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Gottesvorstellung bei Aristides von Athen

Aus der Apologie des Aristides von Athen (I, 4-6)

"4. Ich behaupte aber, dass Gott ungezeugt ist und ungemacht, von niemand umfasst wird, selbst aber alles umfasst, dass er ist eine durch sich seiende Form, anfangslos und endlos, unvergänglich, unsterblich, vollkommen und unbegreiflich.

Wenn ich sagte: vollkommen, so heisst das, dass er keinen Mangel hat und nichts bedarf, während alles seiner bedarf; und wenn ich sagte, dass er anfangslos ist, so heisst das, dass alles, was einen Anfang hat, auch ein Ende hat, und alles, was ein Ende hat, auflösbar ist. 5. Er hat keinen Namen; denn alles, was einen Namen hat, gehört mit zum Geschaffenen. Er hat keine Gestalt und keine Zusammensetzung von Gliedern; denn wer solches hat, gehört mit zu den Gebilden. Er ist nicht männlich und nicht weiblich. Der Himmel umfasst ihn nicht, vielmehr wird der Himmel und alles Sichtbare und Unsichtbare von ihm umfasst. 6. Er hat keinen Gegner; denn es gibt niemand, der stärker wäre als er. Er hat nicht Grimm und Zorn; denn es gibt nichts, das ihm widerstehen könnte. Irrtum und Vergesslichkeit liegt nicht in seiner Natur; denn er ist ganz und gar Weisheit und Einsicht und durch ihn besteht alles, [was besteht]. Er heischt nicht Schlacht- und Trankopfer, noch eines von den sichtbaren Dingen; [von niemand heischt er etwas,] aber alle Lebewesen heischen von ihm."
Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 12 - "Frühchristliche Apologeten und Märtyrerakten - Aus dem Griechischen und Lateinischen übersetzt - I. Band - 1913 Kempten & München"

Drucken  03.04.2007. 07:16

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