Trinitaet Gottes bei Justin
Aus der Ersten Apologie Justins des Märtyrers (ap. I 6 und 13)
In der Ersten Apologie Justins des Märtyrers finden wir ein Gottesbild, das sich aus 3 "Personen" zusammensetzt, so wie es die frühe Kirche glaubte.
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6. Die Christen sind keine Atheisten
Daher heissen wir Gottesleugner. Wir gestehen zu, inbezug auf derartige falsche Götter Gottesleugner zu sein, nicht aber hinsichtlich des wahren Gottes, des Vaters der Gerechtigkeit und Keuschheit und der übrigen Tugenden, der mit dem Schlechten nichts gemein hat. Ihn und seinen Sohn, der von ihm gekommen ist und uns diese Dinge gelehrt hat, auch das Heer der anderen guten Engel, die ihm anhangen und ganz ähnlich sind, und den prophetischen Geist [Justin bezeichnet den Heiligen Geist als prophetischen Geist] verehren und beten wir an, indem wir ihn mit Vernunft und Wahrheit ehren und jedem, der ihn kennen lernen will, wie wir ihn kennen gelernt haben, neidlos mitteilen.
13. Die Christen sind nicht gottlos
Dass wir nun nicht gottlos sind, da wir doch den Schöpfer dieses Alls verehren und, wie wir gelehrt worden sind, behaupten, dass er keiner Schlacht-, Trank- und Räucheropfer bedarf, und die wir ihn bei allem, was wir zu uns nehmen, durch Gebet und Danksagungswort, soviel wir können, lobpreisen, indem wir als die seiner allein würdige Ehrung nicht die kennen lernten, das von ihm zur Nahrung Geschaffene durch Feuer zu verzehren, sondern die, es uns und den Bedürftigen zugute kommen zu lassen, ihm aber zum Danke in Worten Huldigungen und Gesänge emporzusenden für unsere Erschaffung und für alle Mittel zu unserem Wohlsein, für die Mannigfaltigkeit der Arten und für den Wechsel der Jahreszeiten, und die wir Bitten empor senden, dass wir wieder in Unvergänglichkeit erstehen durch den Glauben an ihn - welcher Vernünftige wird das nicht einräumen? Und dass wir ausserdem den, der unser Lehrer hierin gewesen und dazu geboren worden ist, Jesus Christus, der gekreuzigt wurde unter Pontius Pilatus, dem Landpfleger von Judäa zur Zeit des Kaisers Tiberius, den wir als den Sohn des wahrhaftigen Gottes erkannt haben, an die zweite Stelle setzen und dass wir den prophetischen Geist an dritter Stelle mit Fug und Recht ehren, das werden wir zeigen. Denn darin beschuldigt man uns der Torheit, indem man sagt, dass wir die zweite Stelle nach dem unwandelbaren und ewigen Gott, dem Weltschöpfer, einem gekreuzigten Menschen zuweisen. Das sagt man, weil man das darin eingeschlossene Geheimnis nicht kennt. Indem wir dieses erklären, bitten wir euch, recht dabei aufzumerken."
Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 12 - "Frühchristliche Apologeten und Märtyrerakten - Aus dem Griechischen und Lateinischen übersetzt - I. Band - 1913 Kempten & München"
Drucken 10.04.2007. 13:02
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